Adler als Nesträuber beim TV Baden

Quidditsch für Fortgeschrittene – lass das mal den Jenne machen …

Was vielen Pendlern wohl immer verwehrt bleibt, gelang den Adlern schon auf der Hinreise zum Auswärtsspiel beim TV Baden: Staufrei zur Arbeit durch drei Bundesländer. Es sollte nicht das einzige Highlight an diesem Tag bleiben.

Geburtstagskind Jenne Hinrichsen lud die gesamte Mannschaft vor der Partie zur Stärkung bei Kaffee und Kuchen ein. Die Zuckerspeicher waren danach gut gefüllt, und guter Dinge ging es in die Lahofhalle. Die ließ schon beim Eintreffen erahnen, was für eine Stimmung in der engen Sportstätte aufkommen kann – und auch noch aufkommen sollte.

Im ersten Satz gelang den Adlern viel von dem, was man sich vorgenommen hatte. Mit viel Druck den Satz beherrschen und die Punkte machen.
Das funktionierte dann im zweiten Satz nicht mehr. Die Kieler mussten enorm viel Aufwand betreiben, und Baden war extrem stark in der Blockarbeit. Den Satzgewinn mussten sich die Kieler hart erarbeiten.
Der dritte Satz wurde dann für Kiel extrem schwer, steigerte sich doch der TV Baden von Ball zu Ball. Dieser Funke sprang dann schnell auf die Zuschauer über, die die Halle zum Hexenkessel machten. Zehn mitgereiste Kieler und die Mannschaft hielten aber akustisch bemerkenswert dagegen. Mit der Aufschlagarbeit war Trainer Behlen im dritten Satz nicht ganz zufrieden: „Wir hatten genau ausgeguckt, auf wen wir aufschlagen wollten. Es war aber wie verhext – alle Bälle landeten beim Libero. Das war nicht unser Plan!“. Und die Annahme der Gastgeber war im dritten Satz sensationell. Es gelang den Kielern nicht, Fehler zu erzwingen. Und so ging es hin und her bis zum 24:22 für die Gastgeber. Dann kamen die Adler in einen Lauf und machten vier Punkte in Folge und damit den Sack zu.

Der Matchball wird einen Eintrag in den Saisonhighlights der 2. Liga finden: Jenne Hinrichsen treibt den Ball mit einer gigantischen Abwehraktion bis unter das Hallendach – manch Teilnehmer spricht auch davon, dass Jenne nicht mehr ausweichen konnte -, während die Badener bereits jubeln und auf den Pfiff des Schiedsrichters warten, bahnt sich der Ball einen unmöglichen Weg durch Traversen und Träger Richtung Lichtkuppel. Dann ändert er seine Richtung wie beim Quiddisch – die Harry Potter Fans werden wissen, was gemeint ist – und fällt unbemerkt von den Badenern hinter ihnen ins Feld. Satz und Sieg für Kiel, der Rest ist riesengroßer Jubel.

Der Lohn ist die Tabellenführung für Kiel für wenigstens einen Tag. Doch Trainer Behlen weiß die Situation einzuordnen: „Die Mannschaft hat das toll gemacht, aber mehr als eine schöne Momentaufnahme ist das aktuelle Bild nicht. Wir haben noch nichts erreicht, freuen uns aber über die Punkte und die gute Satzbilanz. Das sind alles Punkte auf der Habenseite für den Klassenerhalt. Wir können noch mehr und werden weiter hart arbeiten, um das auch abzurufen“. Die meisten Punkte für die Kieler erzielte Diagonalspieler Lasse Wittmüss, zum wertvollsten Spieler wurde Zuspieler Moritz Behr gewählt.