2. BL – KIEL BEWEIST NERVENSTÄRKE GEGEN KÖLN

Das 3:0 gegen die MLK Volleys aus Köln liest sich aus Kieler Sicht deutlicher als es die ersten beiden Sätze hergegeben haben.

Vor nahezu ausverkaufter Halle sahen die rund 400 Zuschauer einen guten Start ihrer Heim-Mannschaft, welche mit einer ständigen Zwei-Punkte-Führung den Satz vor sich hertrieben und die Gäste vom Rhein ihrerseits bemüht waren, den Anschluss nicht zu verlieren.

Beim Spielstand von 11:8 brachten einige spektakuläre Ballwechsel zu Gunsten der Adler, selbige in eine gute Ausgangssituation und in Folge dessen stand es 17:11 für die Hausherren.

Zu diesem Zeitpunkt dachte niemand mehr in der Halle, dass es in diesem Satz noch einmal spannend werden könnte, doch es kam anders. Köln wehrte sich nach Kräften, um den 1:0 Satzrückstand zu vermeiden und bekam dabei ungewollte Unterstützung vom Kieler TV.

Insbesondere Punktegarant und „Mister Zuverlässig“ Daniel D´Argento hatte an diesem Abend seine Mühen im Angriff, auch wenn Kiels Zuspieler Mattis Lehmann versuchte, seinen Diagonalangreifer durch vermehrtes Anspiel zurück ins Spiel zu bringen. Dieses Vorhaben sollte nur bedingt fruchten und die Kölner Vertretung um Mannschaftskapitän Thiemo Schnoor kam Punkt für Punkt heran, bis es 22:22 stand. Für den weiteren Spielverlauf war es für das Team um KTV-Headcoach Brar Gerhardt wichtig, das 23:23 zu akzeptieren, ihrerseits dann aber die beiden verbleibenden Punkte für sich zu verbuchen, um mit 1:0 in den zweiten Durchgang zu starten.

Die Kölner, mittlerweile deutlich besser im Spiel angekommen, hielten den nächsten Satz offen und bis zum 12:12 konnte sich keines der beiden Kontrahenten signifikant absetzen. Erst bei 14:18 stand der Gedanke im Raum, dass Köln das Spiel an sich ziehen könnte.

Kiels Trainer Gerhardt beorderte in diesem Moment Til Krüger im Zuspiel für Mattis Lehmann aufs Feld und der Wechsel sollte Wirkung zeigen. Die Adler von der Ostsee kämpften sich mit Unterstützung der Fans auf 21:22 heran und konnten nach einem weiteren Wechsel mit Rasmus Grewe für Mats Jürgensen zum 23:23 ausgleichen. In der Folge machte Köln mit dem nächsten Punkt zwar das 23:24, scheiterte aber am darauf folgenden Satzball. Kiel mit dem 24:24 im Rücken drückte jetzt durch KTV-Kapitän Erik Niederlücke aufs Gaspedal und ließ den MLK Volleys beim 26:24 keine Chance.

In der 10-Minuten-Pause gab es dann noch eine von Hallensprecher Jens Pachan moderierte Vorstellung von und mit dem Roundnet-Team aus Kiel. Roundnet, oft als Spikeball bekannt, ist eine rasante 360-Grad-Mannschaftssportart, bei der zwei Zweierteams einen Ball auf ein trampolinartiges Netz in der Mitte schlagen. Das Ziel ist es, den Ball so zu platzieren, dass das gegnerische Team ihn nicht mehr kontrolliert zurückspielen kann. Es erfordert Schnelligkeit, Reaktion und Koordination.

Nach dieser kleinen Show-Einlage sollte es auf dem Feld in Satz Nummer drei weitergehen und man durfte gespannt sein, wie die Teams aus der Kabine zurückkommen.

Woran es lag, dass die KTV Adler plötzlich bei 14:7 so deutlich in Führung lagen, ließ sich nur erahnen. Lag es bei Köln an den beiden knapp verlorenen Sätzen und der dann doch rund 450 km langen Anfahrt oder daran, dass Kiel ständig die bessere Antwort parat hatte?

Fakt ist, dass weder Kölns Silber-MVP Christian Gosmann noch sein überragender Teamkollege und Libero Leo Bernsmann, welcher trotz seines jungen Alters bereits über Erstligaerfahrung verfügt, den Kieler Tross zum 25:16 Endergebnis aufhalten konnten.

Die MVP-Medaille in Gold ging zum Abschluss noch an Kiels Zuspieler Til Krüger und ein Sonderlob gab es beim abschließenden Interview noch für Kiels Libero Pelle Tepp.

Weiter geht es für den Kieler TV am kommenden Wochenende beim Tabellennachbarn vom PSV Neustrelitz. Anpfiff ist am Samstag um 19:00 Uhr.

sev

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