2. BL – SHORT STORY LONG BEIM KIELER AUSWÄRTSSIEG

Eine eigentlich kurze Geschichte lang erzählt:

Im ersten Satz bestimmen die Gäste aus Kiel das Geschehen in der gut besuchten Strelitzhalle und agieren beim 16:25 nach Belieben.

Im Durchgang Nummer zwei finden die Hausherren besser ins Spiel und gestalten den Satz bis zum 21:21 offen. Kiel, um Zuspieler und Gold-MVP Til Krüger, behält in der Crunchtime die Oberhand. Mit 23:25 halten die Kieler den PSV auf Distanz und gewinnen auch diese Zwischenetappe.

Ein nahezu identischer Verlauf in Satz Nummer drei.

Die Hausherren liegen bei 17:16 in Führung und pushen mit Unterstützung der Halle, was geht, aber Kiel kontert und geht beim Stand von 21:21 dank einer kleinen Serie mit 22:24 in Führung.

Was dann passiert, stammt aus der Rubrik „Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie“, zumindest aus Sicht der Neustrelitzer.

Kiel verpasst in dieser Phase unter anderem drei Aufschläge und kann seinerseits vier Matchbälle bei 22:24, 23:24, 24:25 und 25:26 nicht verwandeln.

Neustrelitz, zu diesem Zeitpunkt auf dem Siedepunkt, wittert seine Chance und nutzt diese beim 28:26 zum 1:2 Satzanschluss.

In der Folge verliert der Kieler TV total den Faden, und KTV-Coach wechselt schnell durch, um seinen Hauptakteuren eine kurze Verschnaufpause für den drohenden Tie-Break zu verschaffen, und das war gut so.

Der PSV um Leistungsträger Paul Sprung legt im vierten Satz noch einmal zu und wird dafür mit dem ungefährdeten 25:18 belohnt.

Damit wurde der Spielverlauf nahezu auf den Kopf gestellt und ein als sicher geglaubter Kieler Sieg in Frage gestellt.

Die vom KTV-Trainerteam Koreng/Gerhardt verordnete Pause sollte jedoch Wirkung zeigen.

Der ins Zuspiel zurückbeorderte Til Krüger brachte wieder Ruhe in den Kieler Spielaufbau und konnte wieder auf seine Mitspieler vertrauen.

Neustrelitz, mittlerweile heißgelaufen, hatte nichts mehr entgegenzusetzen, und auch Silber-MVP Jakob Genzmer war nicht mehr in der Lage, den 6:10-Vorsprung aufzuhalten, den das Team von KTV-Mannschaftskapitän Erik Niederlücke dieses Mal ungefährdet über die Ziellinie brachte und nach dem Spiel zu Protokoll gab: „Man muss festhalten, dass wir absolut zwei Punkte gewonnen haben. Wir hatten die Chance, den dritten Satz zu gewinnen – und mussten feststellen, dass wir daran arbeiten müssen, in solchen Momenten noch konstanter zu werden, um das Spiel auch zu beenden. Am Ende haben wir einen Moment gebraucht, um wieder zu uns zu finden. Der vierte Satz war dann ein ziemlicher Bruch in unserem Spiel. Es zeugt aber von einer guten Moral, dass wir im Tiebreak wieder zu unserem Spiel finden und am Ende mit einem Sieg nach Hause fahren!“

KTV-Headcoach Eric Koreng ergänzt unisono: „Hätte uns vorher jemand gesagt, dass wir in Neustrelitz im Tie-Break gewinnen, hätte ich das sofort genommen. Der PSV hat eine junge und motivierte Mannschaft und hat in nahezu allen bisherigen Partien gezeigt, dass sie zurückkommen können. Dieses Momentum haben sie auch gegen uns gezeigt. Wir spielen im ersten Satz nahezu fehlerfrei und leisten uns im zweiten Satz einige Kleinigkeiten, die, wenn es schlecht läuft, in dieser Liga schnell bestraft werden. Dass wir dann im dritten Satz bei 24:22 den Sack nicht zumachen und den Gegner einladen, wieder ins Match einzusteigen, ist ärgerlich, zeigt uns aber, dass wir hier noch fokussierter und konstanter arbeiten müssen. Insgesamt sind wir aber mit der Entwicklung zufrieden, insbesondere wenn man weiß, dass viele unserer Spieler neu ins Team gekommen sind!“

Für die Auswahl aus Schleswig-Holstein steht erst einmal eine kurze Ligapause an, die man nutzen wird, um sich auf die Partie beim ungeschlagenen Tabellenführer und Aufsteiger vom USC Braunschweig in zwei Wochen vorzubereiten.

Dazu soll auch der Regionalpokal Nord genutzt werden, welcher am kommenden Sonntag, dem 11.10.2026, ab 13:00 Uhr in der Hein-Dahlinger-Halle stattfindet.

Pikanterweise treffen Kiel und Neustrelitz im ersten Halbfinale direkt wieder aufeinander, und es dürfte ziemlich viel Druck auf der Partie liegen. Immerhin hat das Team von PSV-Übungsleiter Fabio Batolone nach drei Tie-Break-Niederlagen wieder einiges für seine Fans gutzumachen.

Im parallel stattfindenden Halbfinale treffen Lübeck und Pinneberg aufeinander.

Die Gewinner der Halbfinalspiele treten um ca. 15:00 Uhr gegeneinander an und spielen den Sieger des Regionalpokals Nord aus.

Der Sieger des Regionalpokals Nord tritt am 25.10.2026 in der Qualifikation zur ZOI-DVV-Hauptpokalrunde gegen den Regionalpokalsieger Nordost an.

sev

Foto: Jasper Lorenz Fotografie

zurück