Vor vollem Haus und mit viel Beach-Prominenz bekamen die Zuschauer vor Ort und im Live-Stream neben einem hochspannenden Match ein abwechslungsreiches und abendfüllendes Programm geboten und bereits der erste Satz zwischen Kiel und Essen hatte es in sich.
Beide Teams kamen gut aus den Startlöchern und die Führung wechselte des Öfteren hin und her, bis Kiel sich bei 13:9 erstmals absetzte und den Vorsprung zum 16:11 ausbaute. Essen mit starken Aufschlägen und einer guten Block-Feldabwehr schaffte beim 17:17 den Ausgleich. Kiel ging danach zwar noch einmal mit 19:18 Führung, aber die Gäste blieben fortan auf dem Gaspedal und brachten ihrerseits den ersten Satz am Ende knapp aber verdient mit 23:25 über die Runden.
Da man in Kiel mittlerweile von dem Sieg des direkten Verfolgers aus Münster über Köln im Kampf um den Klassenerhalt erfahren hatte, brachte das weiteres Druckpotential in die Partie. Ein Sieg war unumgänglich, um den Abstand zu wahren und so gingen die Mannen um Kiels Mannschaftskapitän Erik Niederlücke All-In.
Angeführt von Kiels Zuspieler und späteren GOLD-MVP Til Krüger zogen die Adler ihre Kreise. Über 11:6, 15:10 und 20:17 blieben die Schleswig-Holsteiner vorne, bis sich die Gäste erneut aufbäumten und ihrerseits bis auf einen Punkt herankamen und in der Overtime mit dem 28:28 den Ausgleich markierten. Mittlerweile hielt es kaum noch jemanden auf den Plätzen und es stand die Frage im Raum, ob Essen den Gastgeber zum Schluss des zweiten Satzes noch abfangen wird oder Kiel es noch schafft den Kopf aus der Schlinge zu ziehen?Letzteres war der Fall und der Gastgeber von der Förde sollte beim 31:29 die Nerven bewahren und den 1:1 Satzausgleich herstellen.
In der darauffolgenden 10-Minuten-Pause gab es für alle Zuschauer im Livestream noch ein unterhaltsames Interview mit einigen hochdekorierten Beach-Olympiateilnehmern wie dem Olympiafünften von Peking Eric Koreng und Olympia-Silbermedaillengewinner 2024 von Paris und mehrfachen deutschen Meister Clemens Wickler auf der einen Seite und Lokalmatador Momme Lorenz und Beach-Eagle Kiel Kollege Robin Sowa auf der anderen Seite.
Dort wurde dann viel über nationale und internationale Erfolge gefachsimpelt und dem amtierenden Olympiazweiten von Paris eine freundschaftliche Kampfansage für die anstehenden Turniere in 2026 gemacht.
Eine Ansage anderer Art machte der Kieler TV nach der Pause dann aber erstmal in Richtung des aktuell Tabellendritten aus der Ruhrmetropole und die war nötig. Kiel mühte sich nach Kräften, aber Essen ließ sich nicht abschütteln. 11:10, 19:18, 21:20 waren die Zwischenstände in Satz Nummer drei, bis sich die Mannen von KTV Headcoach Brar Gerhardt noch einmal ins Zeug warfen und mit einem echten Kraftakt den Durchgang mit 25:22 zur 2:1 Führung über die Ziellinie schafften.
Damit stand der erste Punkt für die Tabelle in den Büchern und es sollten zwei weitere Punkte folgen.
Essen ohne drei Stammspieler bereits einen Tag zuvor angereist musste den ersten drei Durchgängen scheinbar Tribut zollen.
Kiel indes hatte Blut geleckt und wollte jetzt die volle Punktzahl nach Hause holen. Beim zwischenzeitlichen Stand von 12:7 und 20:16 schien die Partie entschieden.
Auch wenn sich die Schützlinge von Essen Trainer Christoph Bielecki ein letztes Mal auf 24:22 heranpirschten, war Essen um Silber-MVP Luc Justus Lüftner nicht mehr in der Lage das finale 25:22 zu verhindern.
Mit dem Sieg über die Männer aus dem Ruhrgebiet konnte somit nicht nur die 1:3 Hinspielniederlage egalisiert werden, was gut für die Gemütslage ist, aber die drei Punkte für die Tabelle wogen umso mehr und der Abstand auf den Tabellenvorletzten konnte gewahrt werden.
Weiter geht es für den Kieler TV am kommenden Wochenende zu ungewohnter Zeit.
Dann nämlich schlagen die Adler erneut in der Hein-Dahlinger-Halle einmalig in dieser Saison am SONNTAG um 15.00 Uhr gegen den SV Lindow-Gransee auf.
Tickets findet man hier unter diesem LINK.
sev