2. BL – FINALE GRANDE IN KIEL

Mit 3:1 revanchieren sich die Adler vom Kieler TV für die 0:3 Niederlage in Aligse, finden im letzten Spiel zurück in die Erfolgsspur und beenden die Saison 25/26, welche es deutlich in sich hatte.

Am Ende auf Platz acht stehend, waren es in einigen Spielen nur Nuancen, welche eine bessere Platzierung und die Teilnahme an den erstmals ausgetragenen Play-Offs verhindert haben.

„An diesen Punkten wollen wir weiterarbeiten“, so KTV Headcoach Brar Gerhardt und ergänzt: „In meiner ersten Spielzeit als Headcoach in Kiel durfte auch ich noch vieles lernen und freue mich darauf, das mit Vorgänger Eric Koreng ein absoluter Leistungstrainer an die Seitenlinie zurückkehrt, von welchem auch ich mir noch einiges abschauen kann!“

Mit dieser Nachricht über die Rückkehr von Koreng haben die Verantwortlichen vom Kieler TV einen Coup gelandet, welcher unterstreichen soll, dass mit dem Duo Koreng/Gerhardt noch mehr Fokus auf die Weiterentwicklung der jungen Spieler gelegt werden soll.

Das damit auch der Umbau der Mannschaft, in Bezug auf die „Altegedienten“ abgeschlossen ist, belegt die Verabschiedung von Diagonalangreifer Daniel D’Argento, Mittelblocker Mats Jürgensen sowie Zuspieler und „Enfant terrible“ Mattis Lehman. 

Letzterer war aus beruflichen Gründen am Samstag nicht in der Halle, soll aber mit Beginn der neuen Saison ebenfalls noch die Chance bekommen, sich vom Kieler Publikum gebührend verabschieden zu dürfen, bevor es für ihn endgültig in den sandigen Untergrund geht. 

Ebenfalls verlassen wird den KTV Mittelblocker Kristinn Hannesson. Hannesson wird in seine Heimat nach Island zurückkehren und nach eigener Aussage die Zeit an der Förde in guter Erinnerung behalten.

Damit gehört der Kieler Pelle Jorek Tepp und mehrfach mit der MVP Medaille ausgezeichneter Libero mit seinen gerade mal 21 Jahren und drei Spielzeiten in der 2. Liga schon fast zum „alten Eisen“.

Mit dem Umstand der anstehenden Veränderungen und Beendigung von langjährigen Freundschaften in der Halle gingen die Männer um Kapitän Niederlücke im letzten Punktspiel der Saison vor heimischem Publikum nach einer kurzen Anlaufphase aber noch einmal forsch zu Werke und drehten am Ende gegen Aligse richtig auf.

Während die Gäste aus Niedersachsen zu Beginn der Partie noch von wenigen Flüchtigkeitsfehlern der Kieler profitierten und ihr Spiel über den starken Brendan Hardt mit der Nummer 19 aufzogen, blieben die Gastgeber bis zum 17:20 dicht am Rivalen, konnten in der Crunchtime das verdiente 23:25 für Aligse nicht verhindern.

Spiegelverkehrte Welt in Durchgang Nummer zwei. Dieses Mal waren es die Hausherren, welche voranmarschierten und sich diesen Satz mit 25:22 sicherten.

Mit dem Ausgleich zum 1:1 ging es in die 10-Minuten-Pause, welche genutzt wurde, um sich bei in dieser Saison verdienten Jugendspielern zu bedanken, während man sich im Livestream mit langjährigen Sponsoren vom AWZ und Tantatmar locker austauschte und einmal mehr die Wichtigkeit unterstrich, wie wichtig die Unternehmen hinter den Teams sind.

Was nach der Pause in den Durchgängen drei und vier passierte, lässt sich kaum erklären: Es fühlte sich fast magisch an.

Unterstützt von 60 Footballern der Baltic Hurricanes und einem extrem gut aufgelegten Kieler Zuspieler Til Krüger, glich die Halle einem Tollhaus und trug ihre Mannschaft so zum ungefährdeten 3:1 Erfolg, nachdem man die beiden letzten Sätze mit 25:18 und 25:18 unter Dach und Fach gebracht hatte. 

Die MVP Medaillen wurden vor über 400 Zuschauern in der erneut ausverkauften Hein-Dahlinger-Halle an Daniel D’Argento in Gold und an Tim Gebauer in Silber vergeben.

So war Kapitän Erik Niederlücke nach dem Spiel entsprechend stolz auf seine Mitspieler: „Heute war ein Superspieltag. Die Halle, die Mannschaft, das Spiel und auch die Verabschiedung. Es hat einfach alles gepasst. So macht Volleyball Spaß, und ich bin mal gespannt, wie die nächsten Schritte in Kiel aussehen werden. Sportlich und für mich persönlich, was den Job angeht!“

Bei der abschließenden Verabschiedung durch den Kieler Kapitän bedankten sich Mannschaft und Staff bei den Co-Trainern wie Mats Duse, Arian Söhlbrandt, den Scouts und nicht zu vergessen beim Mannschaftsarzt Dr. Jens Lassen und seinem Team von der Orthopraxis aus Kiel, sowie den Physios Vincent Boetschi und Franca Müller von der Physiopraxis an der Forstbaumschule, für ihre Geduld und heilenden Hände über zum Teil mehrfachen Jahren der Zugehörigkeit hinweg. Aber auch den ganzen freiwilligen Helfern, ohne die ein geordneter Spieltag kaum möglich wäre, wurde ein ausdrücklicher Dank ausgesprochen, verbunden mit dem Versprechen, sich mit einem gemeinsamen Grillfest in die Sommerpause zu verabschieden.

Damit endet das verflixte siebte Jahr in Folge in der zweiten Liga Nord der Männer, und man darf gespannt sein, in welcher Formation sich die Adler ab August 2026 präsentieren werden.

In diesem Sinne sagen die Kieler AHOI und hoffen, neben der Treue der heimischen Fans für die Spielzeit 26/27, auch auf eine positive Entscheidung, ob Kiel in der Bewerbung als Austragungsort der Olympischen Spiele die Chance bekommt, nach 1972 das olympische Feuer an der Kieler Förde leuchten zu lassen. Gut tun würde es dem Sportland Schleswig-Holstein allemal.

sev

Photos: japhotography

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