Ein kleiner Ritt durch eine Saison, die alles war – nur nicht normal. Der Auftakt erfolgte Anfang September 2025 mit einem Trainingslager in Schilksee mit Okka und Jan, und schon dort wurde deutlich, dass diese Spielzeit vor besonderen Herausforderungen stehen würde. Die etatmäßige Doppelbesetzung im Zuspiel fiel aus: Sinja musste sich einer Rückenoperation unterziehen und stand für die gesamte Saison nicht zur Verfügung, dadurch war Carina privat stark eingebunden. So lag es an Jan, Okka und mir, das Trainingslager bestmöglich über die Bühne zu bringen und gleichzeitig eine völlig neue Struktur im Team zu finden.

In ersten Tests übernahmen Brianna, Tildi und Maja Verantwortung im Zuspiel und machten ihre Sache wirklich gut, dennoch war klar, dass diese Saison von Improvisation geprägt sein würde. Verschiedene Spielsysteme wurden parallel ausprobiert, was allen Beteiligten enorm viel abverlangte. Wie viel Arbeit noch vor der Mannschaft lag, zeigte sich direkt beim ersten U20-Spieltag, bei dem man deutlich gegen die U18 aus Flensburg unterlag. Doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, reagierte das Team mit zusätzlichem Training, Geduld und großem Einsatz. Gleichzeitig mussten weitere Umstellungen vorgenommen werden, auch auf der Annahme-Außen-Position. Schweren Herzens wurde die U18 abgemeldet, Tildi rückte zurück auf ihre angestammte Position, und fortan spielte und trainierte das Team mit nur einer Zuspielerin, begleitet von kreativen und teilweise gewöhnungsbedürftigen Trainingskonzepten. Es fühlte sich ein bisschen an wie Tetris bei dreifacher Geschwindigkeit.

Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen entwickelte sich die Mannschaft Schritt für Schritt weiter. Die Annahme stabilisierte sich zunehmend, und über die Außenpositionen mit Tildi, Runa, Brianna, Nila und Maja P. fand das Team immer besser ins Spiel und gewann an Sicherheit. Auch individuell machten viele Spielerinnen große Fortschritte: Marieke und Svea etablierten sich als Liberas im Damenbereich in der VL, während sich Amy und Finja gemeinsam mit Maja über die Mitte immer besser einspielten. Pippa entwickelte im Endspurt zunehmend Schlaggewalt, und auch Hannah und Tara brachten sich trotz der weiteren Anreise immer wieder ins Training ein. Ab Januar kam zusätzliche Unterstützung aus dem Regionalligabereich mit Annika und Nala. Mit dem von Nala geprägten Motto „Ein Team, ein Ziel“ ging es in die entscheidende Phase der Saison. Ziel war es, bei der Landesmeisterschaft eine starke Leistung zu zeigen, was bereits in der Qualifikation eindrucksvoll gelang.
Nach dem Erfolg bei der LM (siehe Artikel) folgte mit der Norddeutschen Meisterschaft das nächste Highlight der Saison, bei dem auch Carina als Coach und Sinja als motivierender Support wieder mit dabei waren – ein starkes Zeichen für den Teamzusammenhalt. Am ersten Turniertag zeigte die Mannschaft richtig starken Volleyball. Im Auftaktspiel gegen Geesthacht brachte das Team alles auf die Platte, was es hatte: Spielfreude, Mut und enorme Durchschlagskraft, vermutlich einer der besten Leistungen der gesamten Saison. Auch im Spiel gegen Schwerin hielt man gut mit, musste jedoch anerkennen, dass der Gegner in einer anderen Liga spielte. Das anschließende Schlüsselspiel gegen den Gastgeber aus Pampow, den späteren Bronzemedaillengewinner, entwickelte sich zu einem echten Highlight. Der erste Satz ging an den KTV, im zweiten drehte Pampow über den Aufschlag auf, und im Tiebreak fehlte am Ende beim 13:15 nur das berühmte Quäntchen Glück. Dennoch zeigte die Mannschaft hier eindrucksvoll, welches Potenzial in ihr steckt.

Der zweite Turniertag begann etwas energieärmer. Gegen Neubrandenburg fehlte die letzte Präzision im Angriff, während der Gegner taktisch stark agierte und die eigene Block-Feldverteidigung gezielt ausspielte. Hier wurde deutlich, wie sehr die Qualität und der Einfluss von Carina im Training gefehlt hatten. Im anschließenden Spiel gegen Flensburg traf man auf ein deutlich verstärktes Team, unter anderem mit Hannah aus der 2. Bundesliga Pro und Anouk vom Wiker SV aus der Regionalliga. Doch genau das schien zusätzliche Motivation freizusetzen: Mit einer geschlossenen Teamleistung und großem Kampfgeist gelang ein beeindruckender Sieg im Tiebreak. Besonders sehenswert war dabei das Duell auf der Mittelposition, in dem sich Pippa stark präsentierte und die Bundesligistin immer wieder ausspielte. Im letzten Spiel gegen VT Hamburg waren schließlich die Kräfte aufgebraucht. Nach einem offenen ersten Satz reichte es am Ende nicht mehr für einen Sieg.

Mit dem sechsten Platz kann die Mannschaft mehr als zufrieden sein, zumal die Leistungsdichte enorm hoch war und die Plätze drei bis acht eng beieinander lagen. Die Saison hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Team steckt, wenn alle zusammenstehen, fit sind und mit voller Energie spielen. Für die Zukunft gilt es nun, darauf aufzubauen und vielleicht den nächsten Schritt in Richtung Medaillenränge zu machen.
Wir verabschieden uns an dieser Stelle von Runa, die als Teammanagerin, Fahrerin und gute Seele auf und neben dem Spielfeld eine unglaublich wichtige Rolle gespielt hat und hoffentlich auch in Zukunft Teil dieses Teams bleibt. Ein großer Dank geht an alle, die diese Saison möglich gemacht haben: an Carina für ihren Rückhalt, an das gesamte Team für Einsatz und Zusammenhalt, an Gunnar, Liara und Jan für die Unterstützung im Training, an Jenny und Jörg für die sportliche Entwicklung, an Claus für seine organisatorische Hilfe, an Joana und Aylin für die Organisation in der Jugend sowie an alle Eltern für ihre Unterstützung. Besonderer Respekt gilt Maja, die mit großer Disziplin Tausende von Zuspielen gepritscht hat – ein Einsatz, der sinnbildlich für die Haltung und den Zusammenhalt dieses gesamten Teams steht.

Die Jugendzeit nähert sich nun langsam dem Ende, doch ein letztes Kapitel steht noch bevor. Mit einem Trainingslager im Sommer und hoffentlich wieder regelmäßigem Training ab Dezember wird die Mannschaft in ihre letzte U20-Saison gehen. Das Ziel bleibt dabei klar: Ein Team, ein Ziel. Und unabhängig von den Ergebnissen ist eines bereits sicher – die Spielerinnen nehmen ein starkes volleyballerisches Fundament mit in ihre Zukunft. Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe.
Ciao Kakao – euer Cord
Sämtliche Fotographien aus diesem Beitrag stammen von: udo_f_otogrfie
Vielen Dank dafür!









